Bericht vom philosophisch-medizinischen Abend: “Lilly Damm: Wie man mit Kindern und Jugendlichen ehrlich über Krankheit spricht”

Der Abend war mit 27 TeilnehmerInnen sehr gut besucht. Dr. Lilly Damm gestaltete ihn lebendig und kommunikativ, indem sie zwei Filmsequenzen zeigte, über welche die TeilnehmerInnen im Anschluss sprechen konnten. Der erste Filmausschnitt zeigte eine Krankenschwester beim Wickeln eines Kleinkinds und diente zur Veranschaulichung der Bedeutung des sog. “Online Commentary” (eines die Handlung kommentierenden Sprechens während einer ärztlichen Behandlung). In der zweiten Filmsequenz musste ein Bub, der sich beim Fahrradfahren verletzt hatte und sich sehr vor dem Krankenhaus fürchtete, stationär aufgenommen werden.

Damm_Kommunikation-mit-Kindern-und-Jugendlichen-26032015

Die TeilnehmerInnen erhielten Kärtchen, die mit verschiedenen Themen (wie “Stimme” oder “Gesprächseröffnung”) und jeweils mehreren Fragen zum Thema versehen waren und wurden von Dr. Damm eingeladen, die  zweite Filmsequenz mit dieser “Brille” zu betrachten. Im Anschluss kommentierten die TeilnehmerInnen anhand ihrer “Brillen”, was ihnen im Filmausschnitt aufgefallen war – und brachten sich dabei sehr lebhaft ein, sodass die Veranstaltung eine eigene Dynamik gewann.

Damm_Kommunikation-mit-Kindern-und-Jugendlichen_26032015-2

Für die Gesellschaft für Philosophie und Medizin war die Veranstaltung auch inhaltlich interessant, weil sich die Frage aufdrängt: Worin besteht das Philosophische einer philosophischen Auseinandersetzung mit einem medizinischen Thema oder eines medizin-philosophischen Abends?

Dr. Helmut Hofbauer schlug vor, das Philosophische darin zu sehen, dass die Suche nach einer persönlichen Haltung gegenüber Techniken und Methoden hervorgehoben und die lebendige Auseinandersetzung mit dem Thema über die bloße Wissensvermittlung gestellt wurde.

Dazu passt ein Absatz aus Lilly Damms et al. Buch Ärztliche Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen, LIT Verlag, Wien 2014, der offenbar im selben Geist verfasst ist: “Wir sind davon überzeugt, dass Kindern und Jugendlichen gegenüber die persönliche Haltung der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist, mehr als Techniken, Methoden und Gesetze. Unser Fokus in diesem Buch liegt daher in der Auseinandersetzung mit Grundlagen (z.B. entwicklungspsychologische Aspekte) sowie Grundhaltungen (z.B. bio-psychosoziale-Wahrnehmung).” (S. 12)

Wir  bedanken uns herzlich bei den TeilnehmerInnen fürs rege Mittun und beim Verein PhiloMedia, der für die Technik und eine angenehme Atmosphäre in seinem schönen Clubraum sorgte!

Advertisements

About philomedges

President of the Society of Philosophy and Medicine (Austria, Vienna)

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: